Lernerlebnisse, die Spaß machen und wirken – das war ein Konzern-Privileg.

23.04.2026 / Felix Guder

Lernerlebnisse auf Konzern-Niveau sind heute mit radikal anderem Zeit- und Budgetaufwand möglich. Das öffnet neue Möglichkeiten.

Ich sehe in Fortbildungs-Projekten immer wieder dasselbe Muster: Mittelständler wissen genau, was sie brauchen. Onboarding, das neue Mitarbeitende wirklich befähigt. Partnerschulungen, die nicht nach Pflichtprogramm aussehen. Akademien, die Wissen lebendig vermitteln – wissenschaftlich fundiert, didaktisch durchdacht, mit Lernerlebnissen, die Spaß machen und wirken.

Für die Celonique Skin Care führen Lea und Mia als Avatare durch das Kursangebot.

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Das Problem ist nie der Bedarf. Es ist die Realisierbarkeit.

Bis vor kurzem bedeutete Konzern-Niveau auch Konzern-Budget. Drei Monate Vorlauf. Drehtage, Postproduktion, wissenschaftliche Prüfung. Sechsstellige Budgets. Für den Mittelstand: unrealistisch. Also wurde improvisiert – PowerPoint-Folien, interne Schulungen, PDF-Handbücher. Funktional, aber nicht das, was man eigentlich wollte.

Das hat sich durch den Einsatz von KI verändert. Nicht nur weil die Technologie die Produktion der Inhalte günstiger macht, sondern weil sich neue Synergien ergeben.

Wer für sein Bildungsangebot zuerst eine Wissensplattform baut – Factsheets, Personas, Branding-Regeln, wissenschaftliche Basis – kann danach iterieren. Avatare statt Drehtage. Feedback statt Postproduktion. MVP statt Masterplan. Die Produktion der Inhalte wird durch KI automatisiert und dadurch schnell und günstig.

Bei unserem Kunden Celonique, einem Unternehmen das Exosomen-Therapien anbietet, haben wir eine Zertifizierungsakademie für ästhetische Kosmetik entwickelt. 30 Lernmodule, über 360 Minuten Videoinhalte, wissenschaftlich geprüft. Früher wäre das ein Konzern-Projekt gewesen: mindestens zehn Wochen Produktion, hohe Budgets, hohes Risiko. Änderungen? Nachdreh, neuer Schnitt, Wochenlange Verzögerung.

Heute: Wissensplattform zuerst. Factsheets als Basis. Daraus Treatments, daraus Avatar-Videos, daraus Tests. Änderungen? Minuten statt Wochen. Kundenfeedback? Nach Prüfung in die Produktion. Kein Nachdreh, kein Schnitt – nur automatisierte Iteration. Sechs Wochen von Konzept bis MVP. Nicht durch Abstriche in der Qualität, sondern durch Systematisierung und eine funktionierende Architektur.

Das bedeutet gute Nachrichten für alle, die die Customer Experience ihrer Fortbildungsprogramme verbessern wollen.

Was früher nur Konzernen möglich war – Lernerlebnisse auf Top-Niveau, wissenschaftlich fundiert, didaktisch durchdacht – ist heute für Mittelständler realisierbar. Das selbe Niveau mit radikal reduzierten Aufwand.

Ich bin mir noch nicht sicher, ob das in jeder Branche so funktioniert. Und ich würde auch nicht soweit gehen, dass Video-Schulungen das Mass aller Dinge sind. Aber überall dort, wo Wissen systematisch vermittelt werden muss – Onboarding, Zertifizierung, Partnerschulung – verschiebt sich gerade etwas Grundlegendes. Wer das jetzt erkennt, kann eine wichtige Lücke in seiner Fortbildungsstrategie schliessen.