Celonique: Die Wissensplattform für Akademie-Inhalte und ihr Doppelleben.

23.04.2026 / Felix Guder

Eine Akademie gebaut, eine Wissensplattform geschaffen – die jetzt im ganzen Unternehmen genutzt wird. Das war nicht so geplant.

Wir haben für Celonique eine Akademie für die fachgerechte Applikation der Stammzellen-Produkte entwickelt. Kein einfaches Thema: Zertifizierungskurse für Kosmetikerinnen, wissenschaftlich fundiert, mit Avatar-Videos und Lernkontrollen. Der Auftrag war klar: 30 Module, zwei Kurse, sechs Wochen Zeit.

Die grundlegende Struktur erzeugt Schulungsinhalte aus einer Wissensbasis. Koordiniert von einem LLM.

Am Anfang haben wir Factsheets geschrieben – als Basis für die Video-Treatments. Wissenschaftliche Grundlagen, Produktdaten, Behandlungsprotokolle. Dann kamen Personas dazu, Branding-Dokumente, Wording-Regeln. Alles, was wir brauchten, um konsistente Inhalte zu produzieren. Die Grundlagen für ein perfektes Lernerlebnis mit überschaubaren Kosten.

Das Konzept gib auf. Mittels LLMs konnten wir teilautomatisierte Inhalte erzeugen und die Qualität gab unserem Konzept recht. Natürlich war es ein iterativer Prozess, bei dem wir im Studio gemeinsam mit dem Kunden lernten. Interessant war aber auch, dass das Marketing-Team fragte, ob sie die Factsheets für die Entwicklung der Webseiten-Produkttexte nutzen dürfte. Der Vertrieb wollte die Personas für Vorbereitung von Partnergesprächen. Die Geschäftsführung nutzte die wissenschaftlichen Grundlagen für Investorenpräsentationen. Plötzlich war die Wissensplattform nicht mehr nur für die Akademie da – sie wurde die zentrale Informationsarchitektur des Unternehmens.

Wissen, das einmal strukturiert ist, kann überall genutzt werden. Neue Mitarbeitende können sich einarbeiten, ohne dass jemand ihnen alles erklären muss. Partner können die Plattform aus ihrem Kontext heraus befragen – abhängig von der Aufgabe, in der sie sich befinden. Verfahren, wissenschaftliche Basis, Produkte, Branding – alles ist jetzt vorhanden, abrufbar, konsistent.

Wir arbeiten jetzt an einer technischen Lösung, die diesen Ansatz noch besser unterstützt, weil wir gesehen haben, was möglich ist, wenn Wissen nicht in Silos liegt, sondern in einer zentralen Plattform.

Die Frage, die bleibt: Wer kuratiert dieses Wissen langfristig, wenn immer mehr Systeme auf dieses Wissen zugreifen und sich Änderungen global auswirken. Diese Fragen lassen sich aus dem Konzept der Akademie nicht beantworten und führen in das Thema Wissenmanagement.